Daidalos-Kolloquium München
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Prof. Dr. Dr. Karl Homann
Prof. Homann ist Inhaber des Lehrstuhls f√ľr Philosophie und √Ėkonomik an der LMU M√ľnchen.
Die Grundbegriffe und Kategorien unserer Ethik sind vor dem Hintergrund vormoderner Gesellschaften entstanden. Da wir in modernen Gesellschaften leben, sind Anpassungen in der Ethik n√∂tig, auch wenn wir an den grundlegenden Werten, Freiheit und W√ľrde des Einzelnen und Solidarit√§t aller Menschen, festhalten. Dies f√ľhrt zu kontraintuitiven und kontraintentionalen S√§tzen wie: Wettbewerb ist solidarischer als Teilen.

Der traditionelle Ethik-Diskurs ist adressiert an das Wollen des Einzelnen: Das Sollen wird mit ¬Ąguten Gr√ľnden¬ď gerechtfertigt, und dann widmet man sich der Frage, ob bzw. wie diese Gr√ľnde zu (starken) Motiven werden k√∂nnen. Es geht um die Frage ¬ĄSollen und Wollen¬ď. Dabei bleiben Fragen nach der Implementierbarkeit systematisch unterbelichtet. Da aber Sollen K√∂nnen voraussetzt, h√§ngt die Begr√ľndung des Sollens ohne Analyse des K√∂nnens in der Luft.

Dagegen wird im Anschluss an T. Hobbes ein Modell entwickelt, in dem der Bedeutung der Frage nach anreizkompatibler Implementierbarkeit systematisch Rechnung getragen wird. Hier steht im Zentrum die Frage ¬ĄSollen und K√∂nnen¬ď. In einem solchen Konzept spielen individuelle Vorteils-/Nachteils-Kalkulationen, Anreize, Regeln mit Sanktionen und Nash-Gleichgewichte die zentrale Rolle auch f√ľr die Moralbegr√ľndung.
Tuesday, 4. December 2007, 19:30 Uhr
LMU Raum B005, Theresienstraße 39
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